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Gutes Sehen beginnt beim Zuhören: Wie Ophthalmologen/-innen die Bedürfnisse älterer Patienten/-innen erkennen

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In der Fortbildung «Gutes Sehen beginnt beim Zuhören» betont PD Dr. Mathias Schlögl die Bedeutung einer ganzheitlichen Betrachtung älterer Patienten in der Augenheilkunde, insbesondere im Hinblick auf kognitive Veränderungen. Anhand praktischer Fallbeispiele wird gezeigt, wie sich Störungen der Exekutivfunktionen – erkennbar etwa durch Unsicherheiten beim Gehen und gleichzeitigen Sprechen («Dual Task») – auf den klinischen Alltag und die Therapieauswahl auswirken können. Die Erhebung einer validaen Fremdanamnese unter Einbezug der Angehörigen (z.B. mittels gezielter Fragen zu Alltagsfähigkeiten) wird als zentrales diagnostisches Werkzeug empfohlen. Kommunikationsstrategien wie aktives Zuhören, klare Sprache, emotionale Spiegelung und Visualisierung helfen, Barrieren und Asymmetrien zwischen Arzt und Patient abzubauen. Der Referent rät, das Tempo des Gesprächs am Patienten auszurichten und kleine Techniken einzeln zu trainieren, etwa Beobachtung des Gehverhaltens bei Gesprächsbeginn. Für den Praxistransfer werden Instrumente wie einfache Medikamentenpläne mit visuellen Hilfen und schriftliche, adaptierte Anweisungen vorgeschlagen. Abschliessend wird betont, dass jede empathische Kommunikation positive Auswirkungen auf das Behandlungsergebnis und die Compliance älterer Patienten hat.

Kognitive Defizite und Dual-Tasking frühzeitig erkennen

Bereits beim Eintreten ins Zimmer sollte auf pathologisches Dual-Tasking geachtet werden, da Probleme mit der geteilten Aufmerksamkeit und exekutiven Funktionen das Sturzrisiko und die Alltagskompetenz stark beeinflussen; einfache Tests wie Fragen während des Gehens können Hinweise liefern.

Kommunikation auf Augenhöhe und Tempo anpassen

Das Gesprächstempo sowie die Gesprächsführung sollten sich am Tempo und an den Bedürfnissen des älteren Patienten orientieren; klare, einfache Sprache, Visualisierung von Abläufen und empathisches Nachfragen sind zentral, um Verständnis und Vertrauen zu fördern.

Teach-back und Angehörigenintegration für Informationssicherung

Wichtige Informationen und Therapieanweisungen sollten nicht nur mündlich, sondern schriftlich und visuell unterstützt sowie durch die Teach-back-Methode kontrolliert werden; bei vermutetem kognitivem Defizit muss aktiv eine Fremdanamnese bei Angehörigen eingeholt werden, um Fehleinschätzungen zu vermeiden.

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