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Kind mit neu aufgetretenem Schielen – was tun?

Vor Ort

Online

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Informationen

Veranstaltung

Datum

Freitag, 10. Oktober 2025

Uhrzeit

07:45 – 08:30 Uhr

Dauer

45 Min.

Credits

1 CME-Punkt

Zugang

Anbieter

Augenklinik Kantonsspital Winterthur

Vor Ort

Brauerstrasse 15

8401 Winterthur

Haus A, 4. Stock

Raum Bergbuck/Eichbüel

Online

Als Webinar auf augen-update.ch. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.

Referent:in

PD. Dr. med. Fabienne Fierz

PD. Dr. med. Fabienne Fierz,

Oberärztin, Fachverantwortung Neuroophthalmologie und Orthoptik, Augenklinik Kantonsspital Winterthur

In der Fortbildung «Kind mit neu aufgetretenem Schielen – was tun?» wird erläutert, dass der Beginn eines Schielens häufig nicht eindeutig festzulegen ist, da ein Schielen auch intermittierend oder erst spät auffallen kann. Der Schwerpunkt liegt auf dem Innenschielen bei Kindern. Es wird betont, dass eine sorgfältige Unterscheidung zwischen echtem Schielen und scheinbarem Schielen, etwa durch Epicantus oder breiten Nasenrücken, essenziell ist, wobei der Hirschbergtest sowie der Brückner-Test wichtige Hilfsmittel darstellen. Die Referentin stellt verschiedene Schielformen vor, darunter den frühkindlichen Strabismus-Konvergenz, den akkommodativen Strabismus sowie das normosensorische Spätschielen, jeweils mit den typischen Altersgruppen, Diagnostik und Therapiekonzepten. Differentialdiagnostisch werden wichtige Red Flags wie Motilitätsstörungen, Fernwinkel grösser als Nahwinkel oder Papillenschwellung besprochen, die eine weiterführende, insbesondere neurologische, Abklärung erfordern. Die Möglichkeit und Grenzen von Botox versus Schieloperation werden angesprochen und als individuell zu entscheidende Optionen dargestellt. Ein weiteres Thema ist das Management der Refraktionsbestimmung und Brillenverordnung bei Hyperopie und Myopie im Kindesalter. Abschliessend wird betont, dass neben einer sorgfältigen ophthalmologischen Untersuchung auch die Beurteilung von Begleitsymptomen, Anamnese und Verlaufskontrolle für das weitere Vorgehen entscheidend sind.

Unterscheidung zwischen physiologischem und pathologischem Schielen

Ein scheinbares Schielen bei Kindern (z.B. durch breiten Nasenrücken und Epikanthus) sollte immer mithilfe objektiver Tests wie dem Hirschbergtest und Brückner-Test abgeklärt werden; nur bei pathologischer Abweichung, insbesondere wenn der Hornhautreflex nicht symmetrisch steht, ist von echtem Strabismus auszugehen.

Notwendigkeit und Umfang der Abklärung bei neu diagnostiziertem Schielen

Bei neu diagnostiziertem Innenschielen ist eine gründliche ophthalmologische Untersuchung einschliesslich Funduskontrolle immer angezeigt; Motilitätsstörung, Begleitsymptome (z.B. Papillenschwellung, neurologische Auffälligkeiten) oder inkomitantes Schielen sind Red Flags für eine sofortige neurologische Abklärung.

Therapeutisches Vorgehen und Brillenverordnung

Bei akkommodativem Strabismus sollte immer ein voller zykloplegischer Refraktionsausgleich verordnet werden; die frühe Versorgung verbessert die Prognose für die Entwicklung des Binokularsehens, und eine Amblyopieprophylaxe sollte je nach Visus und Alternieren individuell erwogen werden.

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