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Myopie Management bei Kindern – sind wir bereit für Evidenz-basiert?

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Informationen

Veranstaltung

Datum

Freitag, 24. Oktober 2025

Uhrzeit

07:45 – 08:30 Uhr

Dauer

45 Min.

Credits

1 CME-Punkt

Zugang

Anbieter

Augenklinik Kantonsspital Winterthur

Vor Ort

Brauerstrasse 15

8401 Winterthur

Haus A, 4. Stock

Raum Bergbuck/Eichbüel

Online

Als Webinar auf augen-update.ch. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.

Referent:in

Dr.med. et MSc. HST Leila Sara Eppenberger

Dr.med. et MSc. HST Leila Sara Eppenberger,

Oberärztin, Universitätsklinik für Augenheilkunde, Inselspital Bern

Die Fortbildung von Dr. Leila Eppenberger widmet sich der evidenzbasierten Myopie-Prävention und dem Myopie-Management bei Kindern. Sie erläutert die verschiedenen Formen der Myopie, deren Definition und die zunehmende Prävalenz, speziell bei jüngeren Generationen in Europa. Ein zentrales Thema ist die Bedeutung der Achsenlängenmessung zur Beurteilung des Progressionsrisikos. Sie stellt alle verfügbaren Therapieoptionen vor: Verhaltensmodifikationen wie viel Zeit im Freien und die 20-20-2-Regel, pharmakologische Interventionen (vor allem niedrigdosiertes Atropin), spezielle Brillengläser (DIMS, H.A.L.T.) sowie Kontaktlinsen (Orthokeratologie, multifokale Linsen). Die Referentin betont, dass die Evidenz für einzelne Therapien oft aus Asien stammt, die Wirksamkeit aber auch in europäischen Populationen belegt wird; Kombinationstherapien zeigen das grösste Potenzial. Die Abrechnung über die MiGeL-Nummer in der Schweiz wird erläutert. Abschliessend werden anhand von Fallbeispielen das praktische Vorgehen, Therapieanpassungen sowie deren Limitationen diskutiert, insbesondere bei hoher Myopie und Komorbiditäten. Die Referentin hebt die Bedeutung konsistenter, kindgerechter Information und engmaschiger Kontrolle hervor.

Myopie-Management beginnt mit evidenzbasierter Diagnose und Berücksichtigung von Risikofaktoren

Die Diagnose der Myopie bei Kindern erfolgt zwingend mittels Refraktionsbestimmung in Zykloplägie; Risikofaktoren wie frühes Myopiealter, schnelle Progression, familiäre Belastung sowie wenig Zeit im Freien sollten systematisch bewertet werden.

Wirksame evidenzbasierte Therapiemöglichkeiten und deren Limitationen

Atropin-Augentropfen (v.a. 0,05 %), myopie-kontrollierende Brillen (z.B. DIMS, HALT) und Orthokeratologie-Linsen vermindern das Myopiewachstum, haben aber unterschiedliche Wirksamkeit, Kosten, Nebenwirkungen und Limitierungen bezüglich Anwendung (u.a. Alter, Compliance, Kontraindikationen) – randomisiert-kontrollierte Studien existieren v.a. für Atropin und Ortho-K-Linsen.

Verhaltensmodifikationen und Umweltfaktoren bleiben Schlüsselmassnahmen

Ausreichend Zeit im Freien und die Förderung der 20-20-2-Regel (alle 20 Minuten Lesen, 20 Sekunden Entfernung blicken, 2 Stunden pro Tag draussen sein) sind durch Studien als effektive Präventionsmassnahmen belegt und sollten allen betroffenen Familien empfohlen werden.

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