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Integrierte Versorgungsansätze bei Makulaerkrankungen: Strategien für Klinik und Praxis

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In der Fortbildung «Integrierte Versorgungsansätze bei Makulaerkrankungen: Strategien für Klinik und Praxis», gehalten von Dr. med. Livia Faes und organisiert durch die Augenklinik des Kantonsspitals Winterthur, wird das Konzept der integrierten, personenzentrierten Versorgung für chronische Netzhauterkrankungen erläutert. Anhand der antiangiogenen Therapie der exsudativen neovaskulären AMD und des Managements der diabetischen Netzhauterkrankung zeigt die Referentin, dass die bisher episodisch ausgerichtete Versorgung durch eine bewusst designte Patient Journey mit «Patient Journey Partners» ersetzt werden soll, die koordinieren, edukieren und als Single Point of Contact fungieren. Ein Fall mit PCV veranschaulicht, dass wiederholte Injektionsintervallverlängerungen wegen unbehandelter Nebenwirkungen (trockenes Auge, Brennen) trotz wirksamer monatlicher Therapie zu persistierender Aktivität, subretinaler Fibrose und Visusverlust führen, was die Bedeutung nicht-biologischer, prognoserelevanter Faktoren unterstreicht. Die Fortbildung definiert Nonadhärenz (mindestens zwei verschobene/versäumte Termine pro Jahr) und Nonpersistenz (Therapie-/Monitoringstopp ≥6 Monate), berichtet hohe Raten selbst in Studien und erhebliche institutionelle Variabilität in der Schweiz, wo 11–26 % der AMD-Patientinnen und -Patienten innerhalb von zwei Jahren die Therapie abbrechen. Risikofaktoren entlang der Patient Journey umfassen Injektionsangst, Nebenwirkungen, einen U‑förmigen Zusammenhang zwischen Intervalllänge und Adhärenz, depressive/ängstliche Symptomatik sowie «Treatment futility» bei niedrigem Visus; Nonadhärenz ist demnach kein Patientenmerkmal, sondern durch Versorgungsdesign beeinflussbar. Am KSW erhebt ein zweijähriges Projekt mit Patient Journey Partners Routinedaten und Patient-Reported Outcomes, screenet systematisch auf Barrieren (u. a. trockenes Auge) sowie Angst/Depressivität und bietet Dry-Eye-Sprechstunde und digitales Home-Monitoring an, um individuelle Risikoprofile zeitgerecht mit zielgerichteten Interventionen zu verknüpfen. Erste Ergebnisse zeigen u. a. relevante Anliegen zu Team-Kontinuität, belastenden Nebenwirkungen und Zugangsbarrieren (Belastung der Angehörigen) sowie häufige Angst- und Depressionssymptome, woraus praxisnahe Empfehlungen abgeleitet werden: strukturierte Patientenedukation, Audit von verpassten Terminen, aktive Einbindung via Home-Monitoring/PROs und konsequentes Abfragen trockener Augen. Für die Früherkennung diabetischer Netzhauterkrankungen skizziert die Fortbildung eine interdisziplinär integrierte, niedrigschwellige «virtuelle» Klinik mit Weitwinkelfundusfotografie und OCT als Goldstandard, vereinfachter Zuweisung über Hausärztinnen/Hausärzte und Endokrinologie, risikoadaptiertem Recall sowie Zuweisung in die traditionelle Klinik bei höherem Risiko oder Therapiebedarf.

Integrierte Versorgung statt Episodenmedizin

Chronische Netzhauterkrankungen erfordern eine bewusst gestaltete Patient Journey. Patient Journey Partner (nichtärztlich) koordinieren Versorgung, bieten kontinuierliche Patientenedukation, sind Single Point of Contact und nutzen gemeinsame Behandlungspläne. Nicht-biologische Faktoren (z.B. trockenes Auge) sowie PROs und Home‑Monitoring werden systematisch adressiert.

Adhärenz als Schlüsselziel in AMD

Nonadhärenz (≥2 Terminabweichungen/Jahr) und Nonpersistenz (≥6 Monate Pause) sind häufig: bis >80% in RCTs, 30–95% Real‑World; Schweiz: 11–26% Therapieabbrüche ohne Monitoring. Folgen: Aktivitätsfluktuationen, subretinale Fibrose, Visusverlust. Risikofaktoren: U‑förmige Intervallassoziation, Depression/Angst, Treatment Futility, trockenes Auge.

DRD-Screening: Bildgebung und integrierte Wege

Nur ~33% erfüllen in der Schweiz die minimale ophthalmologische Screeningfrequenz. Goldstandard ist Weitwinkelfundusfoto plus OCT; neues DRD‑Konzept betont neurovaskuläre Aspekte. Virtuelle Klinik mit niedrigschwelligen Zuweisungen, standardisierter Bildgebung, schriftlichem Feedback und Recall; Hochrisiko-Fälle in traditionelle Klinik triagiert.

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