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Hornhauttransplantate – was gibt es zu beachten?

Vor Ort

Online

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Informationen

Veranstaltung

Datum

Freitag, 19. Dezember 2025

Uhrzeit

08:40 – 08:45 Uhr

Dauer

5 Min.

Credits

1 CME-Punkt

Zugang

Anbieter

Augenklinik Kantonsspital Winterthur

Vor Ort

Brauerstrasse 15

8401 Winterthur

Haus A, 4. Stock

Raum Bergbuck/Eichbüel

Online

Als Webinar auf augen-update.ch. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.

Referent:in

PD. Dr. med. Philipp Bänninger

PD. Dr. med. Philipp Bänninger,

Chefarzt und Klinikleiter, Augenklinik KSW

Die Fortbildung «Hornhauttransplantate – was gibt es zu beachten?» wird von PD Dr. med. Philipp Bänninger gehalten und von der Augenklinik Kantonsspital Winterthur organisiert. Es erfolgt ein praxisorientierter Überblick zu PKP, DALK, DSAEK und DMEK mit Indikationen, Technik (z. B. laserassistierte PKP, Big-Bubble-DALK, Luft vs. SF6 20 %), Nahtstrategien und Anästhesie sowie zur perioperativen Betreuung. Die Verfahrenwahl erfolgt individualisiert: bei unkomplizierter Fuchs-Endotheldystrophie bevorzugt DMEK, bei komplexem Vorderabschnitt oder eingeschränkter Nachsorge eher Ultrathin-DSAEK; Keratokonus ohne durchgreifende Narbe eignet sich für DALK, mit Narbe für PKP. Daten aus Deutschland (2011–2021) zeigen eine Verdoppelung der Transplantationszahlen, das Überholen der PKP durch endotheliale Techniken und eine klare DMEK-Dominanz. Für Fuchs werden ein aktueller Delphi-Konsens (Definition über zentrale/parazentrale Guttae), die fehlende medikamentöse Therapie, tageszeitliche Schwankungen mit nachmittäglicher Refraktionsbestimmung sowie die fehlende Evidenz für hypertones NaCl gegenüber Tränenersatz betont; die Katarakt-OP und eine gezielte Zielrefraktion fließen präoperativ in die Strategie ein. Bei pseudophaker bullöser Keratopathie kommen primär Verbandskontaktlinsen mit antibiotischer Abschirmung bei kompromittierter Oberfläche und keine Steroide zum Einsatz; je nach Visus- und Schmerzlage wird zwischen endothelialer Keratoplastik und PKP entschieden. Postoperativ stehen Epithelheilung, Verbandlinsenmanagement, Naht- und Transplantatlage (Luft bei DSAEK, SF6 20 % bei DMEK), Druckkontrollen und die Erkennung von Komplikationen im Vordergrund; Abstossungsreaktionen werden topisch hochdosiert steroidal behandelt, makuläres Ödem und Steroid-Response werden engmaschig überwacht. Für die Rehabilitation nach PKP wird die bestmögliche Sehschärfe häufig mit miniscleralen Linsen erreicht (Anpassung ab etwa einem Monat), während Fäden frühestens nach 12–18 Monaten fraktioniert entfernt werden.

Verfahrenswahl und Indikationen

PKP, DALK, ultradünne DSAEK und DMEK: Abstossungsrisiko steigt mit Gewebemenge. Visusrehabilitation tendenziell günstiger bei DSAEK/UT‑DSAEK; UT‑DSAEK und DMEK sind visusmäßig ebenbürtig. Fuchs unkompliziert erhält DMEK; komplexes Vordersegment/geringe Nachsorgeoptionen UT‑DSAEK. Keratokonus mit Narbe PKP, ohne Narbe DALK.

Management der Fuchs-Dystrophie

Fuchs-Dystrophie: zentrale/parazentrale Guttata ± Stromaödem, tageszeitliche Visusschwankungen; keine medikamentöse Therapie, Goldstandard DMEK. Refraktion nachmittags; hypertones NaCl ohne Evidenz. Bei Linsenumbau erst Katarakt-OP mit leicht myopem Ziel (≈−1,0 bis −1,25), danach Endothelkeratoplastik.

Postoperative Betreuung und BK-Therapie

Bullöse Keratopathie: Verbandskontaktlinse mit 4‑wöchentlichem Wechsel; bei kompromittierter Oberfläche antibiotisch TID, Steroide vermeiden. Postoperativ: Steroide ≥1 Jahr; Abstossung topisch stündlich Steroid behandeln; lockere Fäden entfernen; IOD eng überwachen (gasbedingter Winkelblock, Steroidresponse).

Organisiert durch

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