Zoster ophthalmicus – aus Infektiologischer Perspektive
Vor Ort
Online

Informationen
Veranstaltung
Datum
Freitag, 17. April 2026
Uhrzeit
07:45 – 08:30 Uhr
Dauer
45 Min.
Credits
1 CME-Punkt
Lernziele
Varicella Zoster Virus: Rolle als Krankheitserreger Pathophysiologie: Reaktivierung und klinische Präsentation Impfungen: wer, wann, wie
Zugang
Anbieter
Augenklinik Kantonsspital Winterthur
Vor Ort
Online
Als Webinar auf augen-update.ch. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.
Referent:in
Dr. med. Christine Gutmann,
Leitende Ärztin Infektiologie, Kantonsspital Winterthur
Nach Abschluss der allgemein internistischen Ausbildung am Kantonsspital Münsterlingen Weiterbildung zur Fachärztin Infektiologie am Kantonsspital St. Gallen. Am Kantonsspital Winterthur zusätzliche Ausbildung und Abschluss zur Spezialistin in Labormedizin Fachrichtung Mikrobiologie.
Varizellen gefährden Schwangere besonders
Nicht immune Schwangere haben bei Varizellen ein hohes Komplikationsrisiko. Genannt werden Varizellenpneumonie mit 20 bis 40 % Mortalität, ZNS-Beteiligung mit 5 bis 10 % Mortalität sowie perinatale Übertragung mit neonataler Mortalität von 30 %.
Herpes Zoster: Alter und Immunsuppression
Die wichtigsten Risikofaktoren für Herpes Zoster sind höheres Alter und Immunsuppression. Ab etwa 50 bis 55 Jahren steigt die Inzidenz deutlich an. Häufigste Komplikation ist die postherpetische Neuralgie; der Zoster ophthalmicus betrifft 8 bis 20 % der Zosterfälle.
Frühe antivirale Therapie und Impfung
Die antivirale Therapie soll möglichst innerhalb der ersten 72 Stunden beginnen. Valaciclovir und Famciclovir werden wegen besserer oraler Bioverfügbarkeit bevorzugt. Der adjuvantierte Totimpfstoff Shingrix wird zur Prävention von Herpes Zoster und postherpetischer Neuralgie empfohlen.
In der von der Augenklinik Kantonsspital Winterthur organisierten Fortbildung «Zoster ophthalmicus – aus infektiologischer Perspektive» erläutert Dr. med. Christine Gutmann die Virologie, Übertragung und klinische Relevanz des Varicella-Zoster-Virus als Erreger von Varizellen und Herpes zoster. Sie betont, dass Varizellen bei nicht immunen Erwachsenen, immunsupprimierten Personen und insbesondere in der Schwangerschaft mit schweren Komplikationen wie Pneumonie, ZNS-Beteiligung sowie kongenitalem oder perinatalem Varizellensyndrom assoziiert sind, und hebt die Bedeutung der Serostatusabklärung sowie der Impfung hervor. Für Herpes zoster beschreibt sie die endogene Reaktivierung des Virus aus den Ganglien, das lebenslange Erkrankungsrisiko von 20 bis 30 % sowie Alter und Immunsuppression als wichtigste Risikofaktoren. Als häufigste Komplikation nennt sie die postherpetische Neuralgie, daneben den Zoster ophthalmicus mit Beteiligung des ersten Trigeminusastes und erhöhtem Risiko für okuläre Manifestationen, insbesondere bei Hutchinson-Zeichen. Therapeutisch stellt sie Aciclovir, Valaciclovir und Famciclovir als antivirale Optionen vor, empfiehlt einen möglichst frühen Therapiebeginn innerhalb von 72 Stunden und weist bei schweren Verläufen, Immunsuppression oder relevanter okulärer Beteiligung auf die Indikation zur intravenösen Behandlung hin. Präventiv hebt Dr. med. Christine Gutmann die Varizellenimpfung gemäss Schweizer Impfplan sowie die Herpes-zoster-Impfung mit dem adjuvantierten rekombinanten Totimpfstoff Shingrix hervor, der Herpes zoster und postherpetische Neuralgie wirksam reduziert. In der Diskussion werden ergänzend die symptomatische Behandlung der postherpetischen Neuralgie, Fragen zur Dauer antiviraler Therapie bei okulären Komplikationen sowie der mögliche Einsatz einer suppressiven antiviralen Therapie bei fortbestehender Immunsuppression angesprochen.
