Augen
Update
Vor Ort
Online

Datum
Freitag, 5. Juni 2026
Uhrzeit
07:45 – 08:30 Uhr
Dauer
45 Min.
Credits
1 CME-Punkt
Lernziele
Im Vortrag wird gezeigt, wie irreguläre corneale Oberflächen visuell und teils therapeutisch mit Spezialkontaktlinsen versorgt werden können. Anhand von Fallbeispielen werden geeignete Kontaktlinsen Optionen und ihre Vorteile erläutert sowie die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit.
Anbieter
Augenklinik Kantonsspital Winterthur
Vor Ort
Online
Als Webinar auf augen-update.ch. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.
MSc Markus Ritzmann,
MSc. Optometrist, Geschäftsführer, Linsencentrum Frauenfeld
Markus Ritzmann ist MSc Optometrist und Geschäftsführer der Linsencentrum GmbH in Frauenfeld. Sein Schwerpunkt umfasst optometrische Untersuchungen sowie die Versorgung medizinisch indizierter Kontaktlinsen, insbesondere Sklerallinsen. Nach der Ausbildung zum Augenoptiker folgten der BSc Optometrie an der FHNW und der MSc Vision Science in Aalen mit Fokus klinische Optometrie. Er ist Fellow der American Academy of Optometry und der Scleral Lens Education Society sowie Mitglied der Organisation für Schweizer Optometristen OSO.
Kontaktlinsen glätten die Vorderfläche
Kontaktlinsen korrigieren irregulären Astigmatismus, indem sie eine optisch regelmässige vordere Brechfläche schaffen; der Tränenfilm unter der Linse gleicht corneale Unebenheiten aus. Korrigierbar ist primär die anteriore corneale Irregularität, nicht stromale Narben oder posteriore Fehlerquellen.
Diagnostik kombiniert Symptome und Lowtech
Die Diagnostik stützt sich auf Symptome, Refraktion plus, Spaltlampe und Topographie. Besonders hervorgehoben werden Skiaskopie, Lochblende und Beurteilung des Autorefraktor-Reflexbildes, da diese rasch das visuelle Potenzial, Medienklarheit und Hinweise auf irreguläre Optik zeigen.
Linsentyp nach Optik und Gewebe wählen
Weiche Speziallinsen, formstabile corneale Linsen und Sklerallinsen haben unterschiedliche Stärken und Limitationen. Sklerallinsen bieten häufig hohen Spontankomfort und stabile Abbildung, während corneale formstabile Linsen optisch weiterhin relevant bleiben; die Wahl richtet sich nach Morphologie, Verträglichkeit und Sauerstoffsituation.
In der von der Augenklinik Kantonsspital Winterthur organisierten Fortbildung «Form ausser Norm – Kontaktlinsen bei irregulärem Astigmatismus» erläutert MSc Markus Ritzmann die optischen Grundlagen, die Diagnostik und die kontaktlinsenbasierte Versorgung irregulärer Astigmatismen. Er zeigt, dass Brillengläser lediglich sphäro-zylindrische Low-Order-Abbildungsfehler korrigieren, während Kontaktlinsen durch Schaffung einer optisch regelmässigeren vorderen Brechfläche insbesondere corneale Irregularitäten ausgleichen können. Als diagnostisch zentral beschreibt er die strukturierte Anamnese mit typischen Symptomen wie Ghosting, monopolaren Doppelbildern und schwankender Sehschärfe sowie die Refraktion, Skiaskopie, Spaltlampenuntersuchung und Topographie beziehungsweise weiterführende Bildgebung mittels Scheimpflug oder OCT. Als Ursachen irregulärer Astigmatismen nennt er unter anderem Keratokonus, Pellucid Marginal Degeneration, sekundäre Ektasien, Zustände nach refraktiver oder hornhautchirurgischer Therapie, Dystrophien, Narben und okuläre Oberflächenstörungen. In der Versorgung stellt er weiche Speziallinsen, formstabile corneale Linsen und Sklerallinsen mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen hinsichtlich Visus, Komfort, Sauerstoffversorgung, Zentrierung und Langzeitverträglichkeit gegenüber. Anhand mehrerer Fallbeispiele zeigt MSc Ritzmann relevante Indikationen und Grenzen dieser Systeme, etwa bei Keratokonus, Hornhautdystrophien, nach perforierender Keratoplastik oder nach Trauma, und betont, dass stromale Narben sowie posteriore Irregularitäten optisch nicht vollständig korrigierbar sind. Abschliessend hebt er die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Ophthalmologie und Kontaktlinsenspezialisten hervor, insbesondere bei Operationsplanung, Fadenmanagement nach Keratoplastik, Kataraktchirurgie und der Einschätzung des erreichbaren visuellen Potenzials.