Augen
Update
Vor Ort
Online

Datum
Freitag, 21. August 2026
Uhrzeit
07:45 – 08:30 Uhr
Dauer
45 Min.
Credits
1 CME-Punkt
Lernziele
Dieser Vortrag gibt einen Überblick über das Wirkungsfeld der Optometrie in der Schweiz und zeigt die vielen Möglichkeiten zur interdisziplinären Zusammenarbeit mit der Ophthalmologie und anderen benachbarten Gesundheitsberufen auf.
Anbieter
Augenklinik Kantonsspital Winterthur
Vor Ort
Online
Als Webinar auf augen-update.ch. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.
Prof Dr Daniela Nosch,
Dozentin und Leiterin Ausbildungsklinik, Fachhochschule Nordwestschweiz, Olten
Daniela Nosch ist als Dozentin am Institut für Optometrie (FHNW) für die Ausbildungsklinik sowie für Module mit Schwerpunkt auf die klinische Optometrie verantwortlich. Klinisch ist sie am ELZA-Institut tätig. Ihr Forschungsschwerpunkt ist der vordere Augenabschnitt. Sie leitet auch in Kooperation mit der Sozialen Arbeit (FHNW) das Projekt CAREVIAGE, welches ein umfassendes Bild der Versorgung und Lebenssituation älterer Menschen mit Sehproblemen erstellen wird. Als President Elect der European Academy of Optometry and Optics (EAOO) ist sie auf europäischer Ebene gut vernetzt.
Optometrie ist reglementierte Primärversorgung
Optometrie ist in der Schweiz seit 2020 als eigenständiger reglementierter Gesundheitsberuf verankert. Sie übernimmt als «Primary Eye Care Provider» eine Triagefunktion, grenzt physiologische von pathologischen okulären Befunden ab und arbeitet komplementär zur Ophthalmologie in Prävention, Früherkennung und Verlaufskontrolle.
Studium ist stark klinisch ausgerichtet
Der Bachelorstudiengang Optometrie ist mehrfach akkreditiert und umfasst über 40 % klinisch-praktische Ausbildungsanteile. Das klinisch-optometrische Praktikum beginnt im ersten Semester, beinhaltet strukturierte Fallarbeit, Logbücher und Untersuchungen an Patientinnen und Patienten sowie Praktika in Augenoptikbetrieben und ophthalmologischen Kliniken.
Forschung fokussiert Vorderabschnitt und Versorgung
Die Forschung am Institut für Optometrie bearbeitet vor allem Themen des vorderen Augenabschnitts und der Versorgung. Vorgestellt werden Projekte zur Hornhautsensibilität, Tränenfilmstabilität mittels Thermographie, Hornhautnerven beim trockenen Auge, Lichtfeldtechnologie für subjektive Refraktion sowie Sehen im Alter in Pflegeheimen.
In der Fortbildung «Optometrie in der Schweiz – Ausbildung, Klinik, Forschung», organisiert durch die Augenklinik Kantonsspital Winterthur, gibt Prof. Dr. Daniela Nosch einen Überblick über das Berufsbild, die Ausbildung, die klinische Tätigkeit und die Forschung der Optometrie in der Schweiz. Sie beschreibt die Optometrie als seit 2020 gesetzlich verankerten, eigenständigen Gesundheitsberuf mit Triagefunktion, dessen Aufgabe primär in der Abgrenzung physiologischer von pathologischen okulären Befunden sowie in Prävention, Früherkennung und interprofessioneller Zusammenarbeit liegt. Den Bachelorstudiengang am Institut für Optometrie der Fachhochschule Nordwestschweiz charakterisiert sie als mehrfach akkreditiert, klinisch stark ausgerichtet und bereits ab dem ersten Semester praxisnah aufgebaut; mehr als 40 % der Ausbildung entfallen auf klinisch-praktische Anteile mit strukturierten Logbüchern, Fallanalysen und Patientenkontakten. Die klinische Ausbildung erfolgt sowohl institutsintern als auch in Augenoptikbetrieben und in Kooperation mit ophthalmologischen Kliniken, wobei vollständige Untersuchungen an Patientinnen und Patienten, diagnostische Verfahren wie Dilatation und Tonometrie sowie fallbasierte Kolloquien zentrale Bestandteile sind. Im Bereich der klinischen Versorgung skizziert Prof. Dr. Nosch zudem das Potenzial komplementärer Dienstleistungen der Optometrie, unter anderem bei Tränenfilmanalyse, in-vivo-Konfokalmikroskopie, Binokularsehen, trockenem Auge, Kontaktlinsen und Low Vision. In der Forschung stellt sie exemplarisch Projekte zur Messung der Hornhautsensibilität mittels «Swiss Liquidjet Aesthesiometer», zur thermografischen Beurteilung der Tränenfilmstabilität, zur Rolle der Hornhautnerven beim trockenen Auge, zur subjektiven Refraktion mittels Lichtfeldtechnologie sowie zum «Sehen im Alter» in Pflegeheimen vor. In der Diskussion thematisiert Prof. Dr. Daniela Nosch auch Grenzen und Herausforderungen der Optometrie, insbesondere das Risiko falsch-positiver Befunde, die Notwendigkeit klinischer Entscheidungsfähigkeit, kontinuierlicher Fortbildung und klarer Kompetenzabgrenzung gegenüber der Ophthalmologie.