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Schmerz und Verlauf sind richtungsweisend
Die Optikusneuritis beginnt häufig mit Augen- oder Augenbewegungsschmerz, oft vor der Visusminderung. Der Visusverlust entwickelt sich subakut über Tage. Farbsinn und Kontrastsinn sind oft stärker beeinträchtigt als der Hochkontrastvisus; ein RAPD fehlt bei bilateralen oder vorgeschädigten Sehnerven möglich.
MRT und OCT ergänzen die Klinik
Die Optikusneuritis bleibt primär eine klinische Diagnose. Das MRT bestätigt die Sehnerventzündung und unterstützt die ätiologische Einordnung. Im OCT zeigt die Ganglienzellschicht bereits nach etwa vier Wochen Veränderungen, die RNFL-Atrophie typischerweise erst nach mehreren Monaten.
Ätiologie bestimmt Therapie und Prognose
MS-assoziierte Optikusneuritis zeigt oft gute spontane Erholung; Steroide beschleunigen die Besserung. Antikörpervermittelte Formen wie MOG- oder AQP4-assoziierte Erkrankungen erfordern frühe aggressive Steroidtherapie, gegebenenfalls Plasmapherese. Fehldiagnosen kommen vor; Differenzialdiagnosen umfassen unter anderem Optikusscheidenmeningiom und LHON.
In der Fortbildung «Optikusneuritis Update», gehalten von PD Dr. med. Fabienne Fierz und organisiert durch die Augenklinik Kantonsspital Winterthur, werden Klinik, Diagnostik, Differenzialdiagnosen und Therapie der Optikusneuritis zusammengefasst. Die Referentin betont, dass die Erkrankung häufig mit periokulären Schmerzen, insbesondere bei Augenbewegungen, beginnt und dass Visusminderung, Farbsinn- und Kontrastsinnverlust sowie meist ein RAPD die typischen klinischen Merkmale darstellen, wobei das RAPD bei bilateralen Verläufen fehlen kann. Pathophysiologisch stehen demyelinisierende und immunvermittelte Mechanismen im Vordergrund, insbesondere bei multipler Sklerose, MOG-assoziierter Erkrankung und Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankung, die sich auch in unterschiedlichen MRT-Mustern und Prognosen unterscheiden. Das MRT dient einerseits der Bestätigung der klinischen Diagnose durch Nachweis einer Kontrastmittelaufnahme des Nervus opticus und andererseits der ätiologischen Einordnung, während das OCT mit Analyse von RNFL und Ganglienzellschicht sowohl akute als auch abgelaufene oder subklinische Schäden erfassbar macht. Hervorgehoben wird zudem die zunehmende Bedeutung des OCT in der Neurologie, unter anderem im Rahmen der revidierten McDonald-Kriterien, bei denen der Nervus opticus nun als zusätzliches Kompartiment für die MS-Diagnose berücksichtigt wird. Therapeutisch steht die hochdosierte Steroidgabe über drei bis fünf Tage im Zentrum; bei antikörpervermittelten Formen wird eine frühzeitige aggressive Behandlung und gegebenenfalls Eskalation bis zur Plasmapherese empfohlen, während Langzeittherapien je nach Grunderkrankung unterschiedlich indiziert sind. Abschliessend weist PD Dr. med. Fabienne Fierz darauf hin, dass die Optikusneuritis trotz typischer Konstellation wichtige Mimikry wie das Optikusscheidenmeningeom oder die Lebersche hereditäre Optikusneuropathie hat und deshalb eine sorgfältige ophthalmologische und neuroradiologische Abklärung erforderlich ist.
Datum
Freitag, 2. Oktober 2026
Uhrzeit
07:45 – 08:30 Uhr
Dauer
45 Min.
Credits
1 CME-Punkt
Lernziele
Teilnehmende differenzieren typische und atypische Verlaufsformen.
Teilnehmende beurteilen Diagnostik mittels MRT, OCT und Liquoranalytik.
Teilnehmende leiten evidenzbasierte Therapie- und Verlaufskonzepte ab.
Anbieter
Augenklinik Kantonsspital Winterthur
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Als Webinar auf augen-update.ch. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.
PD Dr. med. Fabienne Fierz,
Oberärztin, Augenklinik, Kantonsspital Winterthur
Medizinstudium an der Universität Zürich 2004-2010 Ausbildung FMH Ophthalmologie am Kantonsspital Luzern und Universitätsspital Zürich 2012-2016 Klinisches Fellowship in Kinderophthalmologie in Oxford, UK 2016 Oberärztliche Tätigkeit am Universitätsspital Zürich seit 2018 sowie am Kantonsspital Winterthur seit 2022