Augen
Update
Vor Ort
Online

Datum
Freitag, 9. Oktober 2026
Uhrzeit
07:45 – 08:30 Uhr
Dauer
45 Min.
Credits
1 CME-Punkt
Lernziele
Die Indikationen für eine Intervention bei Venenverschluss beurteilen.
Therapieoptionen evidenzbasiert auswählen und differenziert anwenden.
Die Dauer der Antikoagulation risikoadaptiert festlegen.
Anbieter
Augenklinik Kantonsspital Winterthur
Vor Ort
Online
Als Webinar auf augen-update.ch. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.
Dr. med. Nico Gross,
Oberarzt, Augenklinik, Kantonsspital Winterthur
Makuläres Ödem früh behandeln
Bei retinalem Venenverschluss mit zentralem Makulaödem und Visusminderung beginnt die Therapie zeitnah. Abwarten kostet Visus. First-line erfolgt eine intravitreale Anti-VEGF-Therapie; das OCT ist besonders für Therapiemonitoring und Verlaufsbeurteilung wichtig.
Systemische Risikofaktoren mitbeurteilen
Retinale Venenverschlüsse sind auch systemisch relevant. Besonders arterielle Hypertonie, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus und Alter sind assoziiert. Patientinnen und Patienten werden internistisch mitbeurteilt; Blutdruck und kardiovaskuläre Risikofaktoren werden über Hausärztin oder Hausarzt abgeklärt und behandelt.
Ischämie und Neovaskularisation erkennen
Bei ischämischen Verschlüssen stehen Netzhautischämie und Neovaskularisationen im Fokus. Eine Laserkoagulation erfolgt vor allem bei vorhandenen Neovaskularisationen, in der Regel nicht prophylaktisch. Iris und Kammerwinkel werden sorgfältig auf Neovaskularisationen untersucht, um ein Neovaskularisationsglaukom früh zu erfassen.
In der von der Augenklinik Kantonsspital Winterthur organisierten Fortbildung «Venenverschluss – Wann handeln, wie behandeln, wie lange therapieren?» erläutert Dr. med. Nico Gross die Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie retinaler Venenverschlüsse anhand mehrerer Fallbeispiele. Er differenziert zwischen Venenastverschluss und Zentralvenenverschluss, beschreibt die zugrunde liegenden Kompressions- und Thrombosemechanismen sowie die Folgen der venösen Stauung mit Makulaödem, retinaler Ischämie und Neovaskularisationen. Als wichtige diagnostische Verfahren nennt er die klinische Fundusuntersuchung, OCT zur Beurteilung und Verlaufskontrolle des Makulaödems, OCT-Angiographie zur Darstellung makulärer Perfusionsstörungen sowie die Fluoreszenzangiographie zur Beurteilung peripherer Ischämieareale, vorzugsweise nach Rückbildung störender Blutungen. Therapeutisch stellt Dr. med. Nico Gross die intravitreale Anti-VEGF-Therapie als First-line-Behandlung bei Makulaödem in den Vordergrund, während intravitreale Steroide bei unzureichendem Ansprechen selektiv eingesetzt werden und eine retinale Laserkoagulation vor allem bei ischämischen Arealen mit Neovaskularisationen indiziert ist. Zudem betont er die systemische Relevanz retinaler Venenverschlüsse mit kardiovaskulären Risikofaktoren wie arterieller Hypertonie, Hyperlipidämie und Diabetes mellitus sowie die Notwendigkeit einer internistischen beziehungsweise hausärztlichen Mitbeurteilung. Anhand der präsentierten Verläufe zeigt er, dass ein frühzeitiger Therapiebeginn prognostisch relevant ist, während ischämische Verschlüsse trotz morphologischer Besserung häufig ein limitiertes funktionelles Potenzial aufweisen und Komplikationen wie Glaskörperblutung oder Neovaskularisationsglaukom verursachen können. Abschliessend empfiehlt er eine individualisierte Therapiedauer mit engmaschiger Nachkontrolle oder Erhaltungstherapie im Maximalintervall, da auch nach Beendigung der Injektionstherapie eine fortlaufende Überwachung zur Vermeidung später Komplikationen erforderlich bleibt.
Seit April 2024 arbeite ich in der Augenklinik des Kantonsspitals Winterthur. Dank der Plattform "Augenheilkunde am Puls der Zeit" wurde mir die Möglichkeit gegeben vor einem breiten Publikum Fortbildungen zu halten.