Augen
Update
Vor Ort
Online

Datum
Freitag, 30. Oktober 2026
Uhrzeit
07:45 – 08:30 Uhr
Dauer
45 Min.
Credits
1 CME-Punkt
Lernziele
Die Teilnehmenden differenzieren okuläre und vestibuläre Schwindelursachen.
Die Teilnehmenden erkennen ophthalmologische Warnzeichen bei Schwindelsymptomatik.
Die Teilnehmenden beurteilen Indikationen zur interdisziplinären Abklärung.
Anbieter
Augenklinik Kantonsspital Winterthur
Vor Ort
Online
Als Webinar auf augen-update.ch. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.
Prof. Dr. med. Julia Dlugaiczyk,
Leitende Ärztin, Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals-, und Gesichtschirurgie, Universitätsspital Zürich
HINTS trennt peripher von zentral
Beim akuten vestibulären Syndrom mit Spontannystagmus identifizieren die «HINTS to infarct» zentrale Ursachen: richtungswechselnder Blickrichtungsnystagmus, vertikale Divergenz im alternierenden Abdecktest und unauffälliger Kopfimpulstest sprechen für eine zentralvestibuläre Läsion, häufig Hirnstamm- oder Kleinhirninfarkt.
Nystagmusmuster lokalisieren vestibuläre Störungen
Vestibuläre Nystagmen zeigen okulomotorische Hinweise zur Lokalisation. Ein peripherer Nystagmus ist typischerweise horizontal-rotatorisch, fixationssupprimierbar und folgt dem Alexander-Gesetz. Zentrale Zeichen sind richtungswechselnder Blickrichtungsnystagmus, rein torsioneller Nystagmus, Downbeat-Nystagmus, sakkadierte Blickfolge und Rebound-Nystagmus.
Augensymptome weisen auf Systemerkrankungen hin
Bei Schwindel mit visuellen Symptomen kommen relevante Differentialdiagnosen vor. Oszillopsien in Bewegung sprechen für bilaterale Vestibulopathie. Rezidivierende Innenohrsymptome mit Uveitis oder Keratokonjunktivitis lenken den Verdacht auf Autoimmunerkrankungen wie das Cogan-Syndrom. Vestibuläre Migräne kann ohne Kopfschmerzen, aber mit visueller Aura auftreten.
In der von der Augenklinik Kantonsspital Winterthur organisierten Fortbildung «Schwindel für Ophthalmologen» erläutert Prof. Dr. med. Julia Dlugaiczyk die interdisziplinäre Bedeutung des Schwindels mit besonderem Fokus auf ophthalmologische Fragestellungen. Sie stellt das vestibuläre System mit Innenohr, zentralvestibulären Strukturen sowie vestibulo-okulären und vestibulo-spinalen Bahnen dar und betont, dass Störungen auf verschiedenen Ebenen zu Schwindel, Oszillopsien, Gangunsicherheit und psychischer Belastung führen können. Ein Schwerpunkt liegt auf der klinisch-neurootologischen Untersuchung der Augenbewegungen, insbesondere glatter Blickfolge, Sakkaden, Nystagmusbeurteilung, Skew Deviation und vestibulo-okulärem Reflex. Prof. Dr. med. Dlugaiczyk zeigt, dass sich periphere und zentrale Ursachen des akuten vestibulären Syndroms mithilfe einfacher klinischer Zeichen differenzieren lassen, wobei die «HINTS to infarct»-Untersuchung bei spontanem Nystagmus eine zentrale Rolle einnimmt. Als zentrale Warnzeichen nennt sie unter anderem Blickrichtungsnystagmus, rein torsionellen oder Downbeat-Nystagmus, Skew Deviation sowie einen unauffälligen Kopfimpulstest trotz akuten Schwindels. Darüber hinaus thematisiert sie die bilaterale Vestibulopathie als Ursache bewegungsabhängiger Oszillopsien sowie Autoimmunerkrankungen wie das Cogan-Syndrom bei der Kombination aus Innenohrsymptomen und okulärer Entzündung. Abschließend weist sie darauf hin, dass auch die vestibuläre Migräne mit Schwindelepisoden und visueller Aura in die differenzialdiagnostischen Überlegungen bei augenärztlich vorgestellten Patientinnen und Patienten einbezogen werden muss.