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Zoster erfordert verlängerte Funduskontrollen
Beim Herpes zoster ophthalmicus tritt eine akute retinale Nekrose verzögert auf, auch bei zunächst ruhigem Vorderabschnitt. Regelmässige Mydriaseuntersuchungen bleiben besonders unter Immunsuppression angezeigt; das Netzhautablösungsrisiko persistiert trotz klinischer Abheilung langfristig.
Okuläre Candidiasis bedroht die Makula
Bei Kandidämie zeigen sich chorioretinale, teils makuläre Infiltrate mit OCT-Nachweis subretinaler Herde. Kleine periphere Läsionen werden systemisch behandelt; bei visusbedrohender Makulabeteiligung ergänzt eine intravitreale Therapie die systemische Antimykotikatherapie.
Okuläre Syphilis bleibt ein Chamäleon
Okuläre Syphilis präsentiert sich mit posterioren Veränderungen und wird therapeutisch wie Neurosyphilis behandelt. Serologie, Mitabklärung weiterer STI, Partnererfassung, Meldepflicht und serologische Nachkontrollen sind zentrale Bestandteile des Managements.
Dr. med. Jeanne Gunzinger stellt in der Fortbildung «Gefährliche Gäste im Auge», organisiert von der Augenklinik Kantonsspital Winterthur, infektiöse posteriore Uveitiden anhand von drei klinischen Fallbeispielen vor. Im ersten Fall entwickelt ein 79-jähriger nierentransplantierter, immunsupprimierter Patient mit Herpes zoster ophthalmicus initial eine anteriore Beteiligung und verzögert eine akute retinale Nekrose mit Vitritis und Vaskulitis, die mittels Glaskörperpunktion, intravitrealem Foscarnet sowie hochdosierter antiviraler Therapie behandelt wird. Der Verlauf zeigt die Notwendigkeit wiederholter Mydriaseuntersuchungen und langfristiger Kontrollen, da auch nach klinischer Abheilung ein relevantes Risiko für eine rhegmatogene Netzhautablösung im nekrotischen Areal persistiert. Im zweiten Fall wird bei einem 80-jährigen Patienten mit ZVK-assoziierter Kandidämie und Sepsis eine bilaterale okuläre Candidiasis mit chorioretinalen Herden bis in die Makularegion diagnostiziert, die unter systemischer Antimykotika-Therapie und einmaliger beidseitiger intravitrealer Voriconazol-Gabe regredient ist. Im dritten Fall präsentiert sich bei einem 48-jährigen Patienten eine okuläre Syphilis mit makulärer Beteiligung, charakteristischen Befunden in Fundusautofluoreszenz und OCT sowie gutem Ansprechen auf intravenöses Penicillin G und begleitendes Prednison. Die Referentin betont, dass bei posterioren infektiösen Befunden differenzialdiagnostisch insbesondere auch an Syphilis, Candida und bei Herpes-zoster-Verlaufskomplikationen an akute retinale Nekrose gedacht werden muss, während Toxoplasmose insgesamt weiterhin die häufigste infektiöse Ursache posteriorer Herde bleibt. Insgesamt unterstreicht die Fortbildung die Bedeutung einer frühzeitigen Diagnose, einer an den Erreger und die Lokalisation angepassten systemischen und gegebenenfalls intravitrealen Therapie sowie einer interdisziplinären und langfristigen Nachsorge.
Datum
Freitag, 25. September 2026
Uhrzeit
07:45 – 08:30 Uhr
Dauer
45 Min.
Credits
1 CME-Punkt
Lernziele
Teilnehmende differenzieren infektiöse Ursachen posteriorer Uveitis sicher.
Teilnehmende erkennen typische Befunde in Bildgebung und Klinik gezielt.
Teilnehmende leiten adäquate Diagnostik und Therapie evidenzbasiert ein.
Anbieter
Augenklinik Kantonsspital Winterthur
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Als Webinar auf augen-update.ch. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail oder direkt hier auf dieser Seite.
Dr. med. Jeanne Gunzinger,
Oberärztin, Augenklinik, Kantonsspital Winterthur
Seit 2024 am Kantonsspital Winterthur als Oberärztin tätig und betreut die Spezialgebiete Uveitis und Medical Retina. Nach der Weiterbildung zur Fachärztin am Universitätsspital Zürich, Luzerner Kantonsspital und Hopital Ophtalmique Jules-Gonin erfolgten Fellowships in England und Australien, wie auch eine Tätigkeit als Oberärztin am USZ. Neben der klinischen Tätigkeit Vertiefen des technologischen Wissens mittels Certificates of Advanced Studies (CAS) in Applied Information Technology und Artificial Intelligence and Software Development an der ETH Zürich.